Holledau | Niederbayern | Deggendorf

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Der nächste Lauf zur Niederbayerischen Rallye Meisterschaft fand in der „Südlichen Holledau“, also nördlich von Freising/Moosburg statt. Eine reine Asphalt-Rallye auf sehr schnellen und zum Teil sehr breiten Straßen. Raffael und Jürgen war bewusst, dass sie hier 110% fahren müssen, um gegen die leistungsstärken Fahrzeuge eine Chance zu haben. Unglücklicherweise blockierten die Reifen auf einem neu asphaltierten Stück zu sehr und der gewählte Bremspunkt aus Top-Speed ließ keinen Spielraum.

Glück im Unglück

Die 1.000-Liter-Wasser-Behälter – ummantelt von einem Stahlgitter – wurden vom Fiesta „volley“ genommen und rutschten auf der Palette auf welcher sie standen am Asphalt wie Eisstöcke auf der Eisbahn. Der Schaden am Fiesta R2 hielt sich in Grenzen, nur leider wollte der Motor nicht gleich anspringen. Man befürchtete einen Schaden am Kühler und stand relativ ungünstig in einem Rundkurs. Nach dem Check vor Ort war schon zu viel Zeit verloren, als dass es bei so einer kurzen Rallye noch Sinn gemacht hätte die Fahrt erneut aufzunehmen.

Wenige Wochen später stand mit der Niederbayern Rallye wieder eine größere Veranstaltung auf dem Programm. Die Wertungsprüfungen liegen zwar alle im näheren Umkreis der Wohnorte von Raffael und Christina Kohl – welche nach der ARBÖ Rallye 2010 zum 2. Mal neben dem Tittlinger Platz nimmt – allerdings hat er die Rallye zuletzt 2009 bestritten. Auch liegen die Prüfungen in einem „Eck“ wo man nie zufällig vorbeikommt und so Streckenkenntnisse erfahren könnte. Wieder waren es schnelle Wertungsprüfungen. Sehr schnelle Wertungsprüfungen und viele davon wieder auf breiten Straßen.

Es hieß also erneut „110%“ attackieren. Glücklicherweise ging diesmal der Kontakt mit dem Faß in einer Schikane glimpflicher aus und die beiden begeisterten nicht nur die zahlreichen Zuschauer, sondern brachten den 175PS-Fiesta-R2 auf dem 8. Gesamtrang ins Ziel. Vor ihnen 3 Porsche GT3, 2 BMW M3 und 2 Gruppe-H-Turbo-Allradler. Das bedeutete auch den Sieg für Fahrzeuge mit Frontantrieb und wichtige Punkte für die Meisterschaft.

Die Punkteverteilung in der Niederbayerischen Meisterschaft bevorzugt Teilnehmerstarke Fahrzeugklassen absolut gegenüber guten Gesamtergebnissen. Es gibt Klassen mit rund 30 Teilnehmern pro Veranstaltung. Der Teilnehmer auf Rang 15 dieser Klasse, erhält ähnliche Punkte als der Fiesta-R2-Pilot – selbst wenn dieser in der Gesamtwertung um 20 Positionen weiter vorn das Ziel erreicht…

Somit war klar, auch bei den verbleibenden 2 Veranstaltungen – dem Rallyesprint in Deggendorf und der ADAC-3-Städte Rallye – müssen wieder maximale Punkte geholt werden, um noch Titelchancen zu haben. Zur Verstärkung gaben in Deggendorf Bruder Ramon und Vater Reinhard ihr Debut auf dem Fiesta R2. Bei diesen Veranstaltungen ist es möglich, dass mehr Teilnehmer auf einem Fahrzeug starten.

Es sollte kein langes Vergnügen sein. Auf dem sehr schnellen, schmalen Rundkurs direkt neben der Autobahn stieg der Fiesta mit Raffael am Steuer beim „cutten“ auf. Bei 180km/h versuchte der Tittlinger einen Überschlag zu vermeiden, zirkelte das Auto auf 2 Rädern um die Kurve, die linken Räder gerieten links ins Bankett, der Fiesta drehte sich ein und Schlug mit noch rund 170km/h frontal in eine Böschung. Es folgten mehrere Umdrehungen und Einschläge, ehe das Rallyeauto nur knapp 80 Meter später liegen blieb. Raffael und Co-Pilotin Ann-Kathrin Sperber kamen zum Check ins Krankenhaus. Bis auf Prellungen entstiegen sie dem Frack aber unverletzt. Die Saison 2015 war damit allerdings vorzeitig beendet.

Sulzinger / Heigl - Rallye Holledau "Onboard"

Sulzinger / Kohl - Niederbayern Rallye "Onboard"

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