44. Rallye Český Krumlov (CZE)

SULZINGER MELDET SICH ZURÜCK (Teil 2)

Nur etwa 50 Kilometer hatte dieser auf dem Buckel, bevor er beim Shakedown zum ersten Mal unter Volllast lief – eine gewisse Nervosität war im gesamten Team natürlich vorhanden.

Diesmal nahm mit Jenny Gäbler ein bereits bekanntes Gesicht am „heißen Sitz“ Platz.

Nach einer tollen 3. Zeit in der Klasse RC4 zum Auftakt folgte ein schweres Unwetter, von welchem man im rund 25km entfernten Service nix mitbekam. Prompt setzte man auf die falschen Reifen und hatte neben Aquaplaning auch mit einer beschlagenen Frontscheibe zu kämpfen. In der zweiten Schleife – die ersten Nachtprüfungen für Raffael seit der Barum Rallye 2013 – kam noch stetig dichter werdender Nebel hinzu, welcher das „R2-Feld“ auseinander riss und den Tittlinger vom 3. auf den 5. Klassenrang zurückwarf – hier auch wieder der Faktor Streckenkenntnis der Konkurrenten im Spiel.

Mit zwei drittschnellsten und sogar einer gesamten 2-WD-Bestzeit konnte man am Samstagmorgen wieder Zeit gut machen. Allerdings machten sich kleine Probleme am Fiesta R2 bemerkbar – der Motor ging im Standgas immer wieder einfach aus und auch bei langsamer Fahrt reagierte er nicht immer direkt aufs Gaspedal.

Nachdem aufgrund des schweren Unwetters auch die zweite Befahrung der „Malonty“-Prüfung abgesagt wurde, ging es erst 2 Stunden nach Ausfahrt aus dem Service in „Lipno“ wieder um die Bestzeit. Aus Sicherheitsgründen setzte das bayerisch-thüringische Duo drauf 2 Reserveräder für Regen im Auto mitzuführen – als einziges der vorderen R2-Teams.

Doch es blieb trocken am Moldau-Stausee. Erst auf den letzten 2km vorm Start der folgenden WP begann der Himmel sich zu öffnen. Allerdings erst kurz vor Sulzinger/Gäbler. Somit musste man zum Teil im Platzregen mit harten Slickreifen vorne über die Prüfung, wodurch wieder knapp 1 Minute verloren wurde. Mit einer starken 3. „R2-Zeit“  auf der letzten WP konnte man die Rallye Cesky Krumlov dennoch auf Rang 4 in der Klasse gegen die bärenstarken Peugeot, sowie einem 25. Gesamtrang beenden.

„Es gibt immer wieder Leute die einem abraten im Ausland zu fahren. Gerade in Tschechien oder Slowenien, weil man dort „keine Chance“ hat. Aber genau darin liegt der Reiz für mich! Das sich Messen mit den dort besten Fahrern. Wer diese Rallyes noch nie gefahren ist, kann sich das nicht vorstellen. In Slowenien fährt man in jede der gefühlt 1 Million Kurven und hat keine Ahnung ob das Auto Unter- oder Übersteuern wird, ob Dreck vom „cutten“ draußen liegt und falls ja, wie viel und ab wann in der Kurve… In Tschechien sind es hauptsächlich die vielen Kuppen und extrem schlechten Straßen – man weiß nach dem Recce nicht, welche Kuppe hebt oder welche Welle das Auto „wegkickt“ wenn man anschließend mit doppelter Geschwindigkeit ankommt. Man findet in Deutschland nix vergleichbares. Wir sind ein kleines Privatteam, jeder ist mit Herzblut dabei. Unsere Motivation sind gute Zeiten und die stetige Verbesserung!“, so der ADAC Rallye Junior Cup Sieger von 2012.

Der nächste Einsatz steht im Übrigen unmittelbar bevor:

Vom 9.-12. Juni geht es für Raffael nach Zagreb/Kroatien, wo mit der INA Delta Rallye der 3. Lauf zur nach der WRC und ERC dritthöchsten Rallye-Liga in Europa auf dem Programm steht

Kommentare sind deaktiviert