42. INA Delta Rally (HRV)

SULZINGER SIEGT IN KROATIEN

Beim dritten Lauf zur FIA European Rally Trophy (Central Zone) holt Raffael Sulzinger gemeinsam mit Peter Medinger (Österreich) den ersten 2-WD-Sieg und belegt dabei den fantastischen 3. Gesamtrang im Ford Fiesta R2!

Die neu gestaltete FIA European Rally Trophy umfasst rund 30 Veranstaltungen in ganz

Europa, welche in 6 Regionen unterteilt sind. Die jeweils 3 Bestplatzierten aus ERT1, ERT2 und ERT3 jeder Region qualifizieren sich für das gemeinsame Finale im November, der Waldviertel Rallye in Österreich. 3 Rallyes in 3 verschiedenen Ländern innerhalb von nur 4 Wochen, 3 verschiedene Beifahrer, ein „neuer“ Fiesta R2 und ein Motorschaden beim Saisonauftakt… „very busy“ trifft es wohl am ehesten, wenn man beim Tittlinger Rallye-Team rund um Raffael Sulzinger auf die ersten Läufe dieser Meisterschaft zurückblickt. Doch die harte Arbeit und schlaflosen Nächte zahlten sich aus.

Nach Rang 5 bei der Rallye Cesky Krumlov ging es nun nach Kroatien zur INA Delta Rallye. Der Veranstalter scheute keine Mühen, sperrte für die ersten zwei WP’s eine 3-spurige Hauptstraße und stellte Tribünen auf – das Ganze direkt am Servicepark – was für wahre Zuschauermassen sorgte. Sulzinger/Medinger setzten hier jeweils die 2-WD-Bestzeit und beendeten den ersten Tag nach einer „Zweiradeinlage“ obendrein noch auf dem 6. Gesamtrang. Zu sehen das Ganze auch erstmals LIVE aus dem Fiesta R2 auf der Facebook-Fanseite.

Am Samstagmorgen ging es dann gleich richtig los. Die Prüfung „Sestine“ windet sich mit knapp 21km über die Bergkette nördlich von Zagreb. Besonders die kurvenreiche, zum Teil sehr enge aber dennoch enorm schnelle Abfahrt mit meistens ordentlichem Abhang an der Außenseite, sorgt nicht nur für heiße Bremsen im Ziel... Das deutsch-österreichische Team konnte auch hier die Bestzeit unter den „Zweiradlern“ holen, mit knapp 30 Sekunden Vorsprung auf einen stärkeren Clio R3. Die folgende Prüfung „Laz“ wird von den Einheimischen als „Autobahn“ bezeichnet, wobei auch hier Kehren und richtige „Mut-Kurven“ vorzufinden sind. WP 5 beginnt auf derselben Hauptstraße wie die Vorhergehende, biegt dann allerdings ab auf eine sehr selektive und zum Teil nur 2,50 Meter breite, hügelige Straße. Die letzte Strecke dieser 60-Kilometer-Schleife ohne Service – lediglich mit Tank- und Reifenwechselzone – führt über die Bergrennstrecke hoch und mündet schließlich in dieselbe Abfahrt, wie die erste WP des Tages.

Der ADAC Rallye Junior Cup Sieger aus 2012 holte bis zu diesem Zeitpunkt jede (!) 2-WD-Bestzeit und erreichte den Servicepark auf Rang 4 in der Gesamtwertung. Allerdings nicht ohne Zittern. „Der Motor unseres Fiesta R2 ging ab WP 4 auf der Überführung immer wieder aus. Wir hatten das Problem schon zuletzt in Tschechien, dachten es aber mittlerweile behoben zu haben. Am 13km langen Rückweg durch Zagreb in den Service geschah dies alle paar hundert Meter. Mit höherer Drehzahl wurde es etwas besser, allerdings das Benzin im Tank extrem knapp.“, berichtet der Sulzinger.

Die Mechaniker tauschten das Steuergerät und die Drosselklappe, wodurch das Problem vorerst nicht mehr auftrat. Zwischenzeitlich zog eine dicke Gewitterwolke über die Bergkette und entleerte sich ordentlich. Der Regen stoppte allerdings noch vor Ausfahrt aus dem Service und man rechnete damit, dass die Strecken größtenteils schnell abtrocknen. Leider machte man die Rechnung ohne „Gewitter-Nummer-2“ und verlor auf den ersten beiden Prüfungen – dieselbe Schleife wie am Vormittag – mit den mittelharten Slick-Reifen rund 1 ½ Minuten. Die vorletzte Wertungsprüfung war trocken, die Letzte wiederum komplett nass. Diesmal mit den richtigen Reifen fuhren Sulzinger/Medinger jeweils rund 30 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte der 2-WD-Wertung und erreichten trotz erneuter Motoraussetzer auf dem Rückweg das Ziel in der Hauptstadt Kroatiens mit 1.45 Minuten Vorsprung bei der „Fronttrieblern“ und auf dem 3. Gesamtrang!

Der Tittlinger glücklich und erleichtert: „Mein erstes Gesamtpodium bei einer großen Rallye und das sogar bei einer internationalen FIA-Veranstaltung ist schon etwas ganz besonderes. Aufgrund der vielen Termine in den letzten Wochen hatte ich im Vorfeld nicht mal Zeit, mir Onboards von anderen Fahrern aus den Vorjahren anzuschauen. Es war hier wieder alles neu für mich. Das Ergebnis zeigt aber, dass Peter und ich einen sehr guten Schrieb gemacht haben und auch im Regen mit den Slicks einen kühlen Kopf behalten haben. Ich bin absolut happy und widme diesen Sieg meinem gesamten Team, da jeder 120% gegeben hat, um dieses Mammutprogramm in so kurzer Zeit durchzuboxen. VIELEN DANK!“

Der nächste geplante Einsatz für Sulzinger/Harloff in der FIA European Rally Trophy ist die Croatia Rally im September in Porec. „Allerdings wäre die Pause viel zu lang. Wir versuchen nun noch Budget für mindestens eine zusätzliche Rallye irgendwo im In- oder Ausland über Sponsoren zusammen zu bekommen.“, fügt Raffael an.

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