19. Int. ADMV Lausitz Rallye (GER)

19. Int. ADMV Lausitz Rallye (GER)

TITELGEWINN FÜR SULZINGER

4 Tage später reiste er bereits wieder ab nach Boxberg in der Lausitz. Die dort stattfindende Lausitz Rallye ist der letzte Vorlauf der in 6 Regionen („Alpine“, „Balkan“, „Baltic“, „Celtic“, „Central“ und „Iberian“) aufgeteilten FIA European Rally Trophy. Diese Rallye ist die einzige Schotterrallye Deutschlands mit internationalem Prädikat und besitzt mit seinen über 180 km Wertungsprüfungen auch den höchsten Koeffizienten. Heißt dort sind noch richtig satte Punkte zu holen – ganz vorne dabei sein war für den bis dahin Zweitplatzierten in der Central-Zone also das Ziel.

Doch obwohl Raffael Schotterprüfungen mehr als liebt, so einfach sollte die Rallye für ihn dann doch nicht werden. Immerhin waren mit dem Peugeot-Tschechien-Slowakei-Junior Filip Mares, dessen Teamkollegen Karel Kupec (beide Peugeot 208R2), dem tschechischen EM-Fahrer Dominik Broz, dem schwedischen Jungtalent Kevin Jirvelius, Georgi Geradzhiev aus Bulgarien (alle 3 Fiesta R2) und dem Pole Krzysztof Schenk auf Honda-Civic-Typ-R richtig schenlle Konkurrenten in der ERT-3-Klasse für Fahrzeuge mit Frontantrieb am Start.

Gleich auf der ersten WP setzte der Tscheche Kupec seine Duftmarke – Klassenbestzeit während Sulzinger/Harloff bereits mit dem ersten Problem technischer Natur kämpfen mussten. Die Scheibenwaschanlage funktionierte nicht – die Schlauchleitung war undicht –  nachts bei verschmutzter Frontscheibe nicht gerade förderlich für schnelle Zeiten. Auf WP2 brach nach einem harten Schlag die rechte Koppelstange des Vorderachsstabilisators – dennoch die zweitschnellste Zeit in der Klasse hinter dem Tschechen Mares. WP3 ging wiederum an Kupec, da unmittelbar vor Sulzinger ein Teilnehmer sich mit Überschlag in den Wald verabschiedet hat und dieser an der Unfallstelle anhalten musste… Ein Teil der verlorenen Zeit wurde Sulzinger/Harloff zumindest nachträglich wieder gut geschrieben. Auf WP4 – mittlerweile regnete es leicht – versagte auf der Hälfte der 7,5km langen Prüfung der Wischermotor. Diese WP ging wieder an Kupec. Als 3. in der Klassen- und 16. in der Gesamtwertung beendeten Sulzinger/Harloff den ersten Tag. Die Probleme mit der Scheibenreinigungsanlage konnten von Raffaels Servicecrew um Andreas Kurz, seinem Bruder Ramon sowie Vater Reinhard behoben waren.

Der Tittlinger plante am Samstagmorgen einen Angriff. Leider fuhr sich der Fiesta R2 nach dem Defekt im Bereich des Stabilisators nicht wie gewünscht. Durch eine Griff tief in die Trickkiste, konnte im nächsten Service beim Setup allerdings soweit „improvisiert“ werden, das sich Sulzinger wohl fühlte und siehe da – WP6 brachte die 1. Klassenbestzeit mit sich. Von da ab ging es langsam aber stetig aufwärts. Ab WP7 ging er in Klassenführung, die Peugeot hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Auf WP9 pokerte der ADAC-Rallye-Junior-Cup-Sieger von 2012, setzte als einziger Fahrer in der Klasse auf Asphalt-Reifen – „abenteuerliches Fahrverhalten“ – und fuhr eine phänomenale 6.-schnellste Zeit im gesamten Starterfeld mit massiven Vorsprung auf seine Verfolger! Dadurch war der Grundstein für den Erfolg gelegt.

Ausruhen auf dem Vorsprung konnte sich der Tittlinger mit Chemnitzer Beifahrerin dennoch nicht. Man musste maximale Tagepunkte mitnehmen, um eine Chance auf den Titelgewinn zu haben. Auto möglichst schonen, dennoch nahe am Limit bewegen – die wohl schwierigste Aufgabe für einen Rennfahrer. Doch Sulzinger behielt die Nerven und holte den Sieg mit 55 Sekunden Vorsprung auf den Tschechen Broz und den Schweden Jirvelius. Dies bedeutet zugleich der 2-WD-Titel in der FIA Central Rally Trophy geht nach Niederbayern, an den „Autohaus-Unrecht-Ford-Fiesta-R2“!

In 2 Wochen steht für die frisch gebackenen Meister noch das Finale der 3 Bestplatzierten aller 6 Regionen – der Waldviertel Rallye Nähe Krems bzw. St. Pölten in Österreich – auf dem Programm. Dort geht es um den Titel der FIA European Rally Trophy.

Sulzinger / Harloff - Fiesta R2 - WP Sprey II

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